Körperakupunktur 
  Die Körperakupunktur ist ein Behandlungskonzept der Traditionellen Chinesischen Medizin. Sie basiert auf der Fünf-Elemente-Lehre und verbindet zwei Verfahren:

- Erwärmen der Punkte (Moxibustion)
- Einstechen der Nadel in die Akupunkturpunkte

In der Akupunktur wird die Existenz von 361 Akupunkturpunkten angenommen, die auf den Meridianen angeordnet sind. Demnach gibt es zwölf Hauptmeridiane, die jeweils spiegelbildlich auf beiden Körperseiten paarig angelegt sind, acht Extrameridiane und eine Reihe von so genannten Extrapunkten. Nach Meinung der Traditionellen Chinesischen Medizin wird durch das Einstechen der Nadeln der Fluss des Qi (Lebensenergie) beeinflusst.

Durch die Akupunktur soll der bei Krankheiten gestockte oder fehlende Fluss des Qi wieder ins fließen gebracht und damit die Ursache der Erkrankung und damit die Erkrankung selbst behoben werden.

Die modernen Akupunkturnadeln sind heute hauchdünn und daher für den Patienten kaum spürbar.

 
Ohrakupunktur
  Das Konzept der Ohrakupunktur (auch Auriculotherapie genannt) wurde vom französischen Arzt Paul Nogier entwickelt. 1954 berichtete er erstmals in der Deutschen Zeitschrift für Akupunktur über seine Erfahrungen und 1961 stellte er seine Diagnose- und Therapieform auf einem Akupunkturkongress in Deutschland vor.

Nach Nogier ist das Ohr ein Spiegelbild des Körpers und durch Nadelung spezifischer Ohrpunkte lassen sich die damit verbundenen Körperregionen behandeln.
 

Bei welchen Krankheitsbildern kann die Akupunktur eingesetzt werden?
  Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Liste von Krankheitsbildern zusammengestellt, bei welchen eine Behandlung mit Akupunktur nachweislich Erfolge verzeichnet hat.
 
  WHO-Liste der Indikationen für Akupunktur

Atemwege

  • Akute Sinusitis (Nasennebenhöhlenerkrankung)
  • Akute Rhinitis (Schnupfen)
  • Allgemeine Erkältungskrankheiten
  • Akute Tonsillitis (Mandelentzündung)
     

Lungenerkrankungen

  • Akute Bronchitis
  • Asthma bronchiale
    (besonders wirksam bei Kindern und Patienten ohne weitere Begleiterkrankungen)
     

Augenerkrankungen

  • Akute Konjunktivitis (Bindehautentzündungen)
  • Zentrale Retinitis (Entzündung der Retina)
  • Myopie bei Kindern (Kurzsichtigkeit)
  • Katarakt ohne Komplikationen (grauer Star)
     

Mundhöhlenerkrankungen

  • Zahnschmerzen
  • Schmerzen nach Zahnextraktionen
  • Gingivitis (Zahnfleischentzündung)
  • Akute und chronische Pharyngitis (Halsentzündung)
     

Magen-Darmerkrankungen

  • Ösophagus,- und Kardiospasmen
    (Speiseröhrenverkrampfungen)

  • Schluckauf (Singultus)
  • Akute und chronische Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut)
  • Hyperazidität des Magens (Magenübersäuerung)
  • Chronisches Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür)
  • Akute und chronische Colitis (Dickdarmentzündung)
  • Akute bakterielle Dysenterie (Ruhr)
  • Obstipation (Verstopfung)
  • Diarrhö (Durchfall)
  • Paralytischer Ileus (Akutes Darmverschlußsyndrom)
     

Neurologische Erkrankungen

  • Kopfschmerzen Ischialgie ("Ischias")
  • Migräne Lumbalgie ("Rückenschmerzen")
  • Trigeminusneuralgie Rheumatoide Arthritis ("Rheuma")
  • Fazialisparese (Lähmung des Gesichtsnerves)
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Lähmungen nach Schlaganfall

  • Poliomyelitislähmung Tennisellenbogen (Epicondylitis)
  • Morbus Menière (Erkankung des Innenohrs)
  • Neurogene Blasendysfunktion
  • Enuresis nocturna (Bettnässen)
  • Intercostalneuralgie (Schmerzen zwischen den Rippen)
     

Anmerkung:
1) Manche der aufgeführten Bezeichnungen für Erkrankungen entsprechen nicht mehr den modernen Termini, da die Liste aus den 70er Jahren stammt. Dies ändert jedoch in den meisten Fällen nichts, da es sich um Syndrome handelt, also Erkrankungen deren Ursache nach schulmedizinischen Gesichtspunkten noch nicht aufgeklärt ist.


2) Außer den von der WHO aufgeführten Erkrankungen können noch viele weitere Krankheiten behandlt werden, darunter auch viele in der Schulmedizin als bloße "Befindlichkeitsstörungen" abgetane Gesundheitsstörungen, s.u.

Weitere Indikationsbeispiele

Atemwege
chronischer Reizhusten, Neigung zu Infekten

Hals-, Nasen,-Ohrenerkrankungen
Laryngitis (entzdl. bed.Heiserkeit), Heuschnupfen, Anosmie
(Geruchsstörungen),Tinnitus (Ohrgeräusch)

Augenerkrankungen
Tic nerveux (Augenzucken), Ziliarneuralgie, Weitwinkelglaukom (Glaucoma chr. simplex), Optikusatrophie, schwankende Sehschärfe, postoperative Augenschmerzen

Herz-Kreislauf-Erkankungen
Herzbeklemmungen, Tachykardie, Hypo,-Hypertonie, Kreislaufkollaps, periphere Durchblutungsstörungen

Magen-Darm-Erkankungen
Magengeschwür, Erbrechen und Brechreiz ohne organische Befunde, Reizdarmsyndrom (Colon irritabile), chronische Verstopfung, Hämorrhoiden, Analfissuren, Cholezystitis, Cholelithiasis (unterstützend), Schluckauf

Gynäkologische Erkrankungen
Amenorrhö (ausbleibende Regel), Dysmenorrhö( schmerzhafte
Regelblutung), Flour vaginalis (vaginaler Ausfluß, sog. "Weißfluß", wenn nicht enzündlich), Klimakterische Beschwerden, Geburtsvorbereitung, Wehenschwäche, sanfte Kindswendung bei Beckenendlage vor der Geburt

Urologische Erkrankungen
Blasenentzündungen, Bettnässen, Dysurie (Schmerzen beim Wasserlassen, soweit nicht organisch bedingt), Nieren- und Harnleiterstein-Kolik, Fertilitätsstörungen, Impotenz

Orthopädische Erkankungen
HWS-, BWS- und LWS-Syndrom

Hauterkrankungen
Allergie, Heuschnupfen, Herpes Zoster (Gürtelrose), Juckreiz

Schlafstörungen
(Einschlaf,-Durchschlafstörung)

Sucht
(Nikotin, Adipositas bei Eßsucht) Vegetative Störungen